Die Alternativen sind da!

Ein paar Gedanken über die Klimabewegung

… nur werden sie nicht umgesetzt, weil bestimmte Firmen großes Lobbying betreiben, um ihre Gewinne nicht zu verlieren, und weil sogar einige Präsidenten und Regierungen auch ihr Interesse daran haben, internationale Firmen im Land zu behalten. Wie einer meiner Professoren, Dr. Paul Behrens, einmal sagte (frei zitiert):

„Wir haben sowohl die Technologien als auch die räumlichen Möglichkeiten, das gesamte Energienetz auf Erneuerbare Energien umzustellen – es mag schwierig klingen, es mag schwierig sein, aber es ist machbar. Das Problem ist, dass Firmen in das momentane Energienetz investiert haben; sie haben das ganze System aufgebaut und ihre Investitionen noch nicht zurück bekommen.“

Es ist absolut verständlich, dass diese Investoren gerne noch zehn Jahre warten würden bis ihre Stromleitungen wieder abgezahlt wurden. Das bedeutet jedoch auch, dass ein kompletter Stromwandel erst dann stattfinden wird – und dann ist die wenige Zeit abgelaufen, die wir auf diesem Planeten noch haben, uns radikal zu ändern, um das Schlimmste noch verhindern zu können.

Was bleiben also für Optionen? Ich lese online häufig, dass von Greta Thunberg wenig konkrete Vorschläge geboten werden. Ich finde jedoch, dass die Alternativideen der gesamten Klimabewegung äußert explizit sind – nur werden sie eben im Fernsehen abgekürzt. Wenn Wissenschaftler und Aktivisten auf die Massen treffen, beispielweise in TV Debatten, macht es wenig Sinn, mit detaillierten Plänen und Zahlen zu kommen – das Risiko ist zu hoch, dass Zuschauer abschalten und die Botschaft in das eine Ohr rein und aus dem anderen Ohr wieder raus geht. Deshalb fallen in solchen Foren eher Schlagwörter wie „Auf Erneuerbare Energien umsteigen“, „Steuern auf xx erheben“, „mehr öffentlichen Transport fördern“, „die EU sollte nicht mehr Flüge subventionieren, sondern Zugfahrten“. Letztendlich betonen Reden und Aktionen von Klimaaktivisten wie Greta Thunberg die Existenz von konkreten Ideen. Doch wenn Klimaaktivisten mit „Normalbürgern“ interagieren, sieht das natürlich völlig anders aus, als wenn sie mit ihrer anderen Zielgruppe, Regierungen und Firmen, interagieren. Ein interessierter „Normalbürger“, jedoch, wird diese Interaktionen eher nicht mitbekommen.

Die Reden, die Greta für die Öffentlichkeit macht, sind natürlich in recht direkter Sprache. Das hat mehrere Funktionen: Sowohl möchte sie Emotionen erwecken, als auch Menschen mitreißen. Als Jugendaktivistin ist ihre Zielgruppe vor allem andere Jugend, die mit spezifischen Zahlen und Vorschlägen vielleicht nichts anfangen können. Meiner Meinung nach ist eine ihrer wichtigsten Botschaften, dass wir auf die hören sollten, die Umweltthemen und Interaktionen mit Kapitalismus und Politik erforscht haben. Ich stimme ihr absolut zu, dass einige Wissenschaftler, die über zwanzig Jahre damit verbracht haben, Verbesserungsvorschläge zu formulieren, bereits unzählige Dokumente verfasst haben, die sind, denen wir viel mehr Aufmerksamkeit widmen sollten. Immerhin, die Ideen sind da draußen. Die Ideen sind in vielen unglaublich gut recherchierten Papieren und Büchern und Artikeln verfügbar. Wir müssen sie nur lesen, und Regierungen müssen die lesen, und Firmen müssten die lesen.

Was Greta vor Allem auch macht, ist, bestimmte Authoritätspersonen an ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt zu erinnern. Dabei betont sie, dass sich nicht nur der Umweltminister eines Landes um die Umwelt kümmern muss, sondern dass es eine ämterübergreifende Verantwortung ist. Der Job eines Finanzministers ist, den besten Finanzplan aufzustellen; der Job eines Verkehrsministers ist, den besten Verkehrsplan aufzustellen, doch diese beiden Ämter müssen, und das ist laut der Umweltbewegung verpflichtend, bedenken, was für Klimaauswirkungen ihre Pläne haben werden. Letztendlich mobilisiert Greta einzelne Ämter zu einer Gruppe, indem sie betont, dass es oberste Priorität sein sollte, bestehende Institutionen zu verändern und kommende Institutionen so aufzubauen, dass wir ihre Existenz in zwei, oder vielleicht auch zehn, Jahren nicht bereuen. Greta und die Klimabewegungen betonen, dass einige Leute dafür bezahlt werden, den Klimawandel zu recherchieren, und dass die Jugend von heute erwartet, dass ihre Recherchen dann auch tatsächlich zu Nutzen kommen.

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